Kundgebung in Solidarität mit Palästina

Am Samstagnachmittag folgten mehr als 250 Menschen dem Aufruf der palästinensischen Gemeinde Bonns, sich im Kontext des in den letzten Wochen eskalierten Konflikts mit Israel solidarisch mit der palästinensischen Bevölkerung zu zeigen. Aus Gründen des Infektionsschutzes untersagte die Bonner Polizei, zusätzlich zur Maskenpflicht und Abständen, das Rufen von Parolen. Bei einer vergleichbaren Kundgebung am 15.5. in Köln hatte sich die Stimmung durch unter anderem das Rufen von Parolen so stark aufgeheizt, dass diese wegen Infektionsschutzverstößen aufgelöst werden musste. In Bonn solidarisierten sich rund 20 Personen, abgetrennt durch Polizeikräfte, als Gegenprotest mit Israel. Um kurz nach zwei wurde die Kundgebung beendet.

Der grundlegende Tenor der Kundgebung auf dem Münsterplatz wurde bereits kurz nach eins im ersten Redebeitrag klar. Dr. Khaled Hamed von der palästinensischen Gemeinde Bonn betonte, die israelischen Aggressionen würden trotz des Waffenstillstandes weiter gehen. Der Grund für die Gewalt sei die Siedlungspolitik Israels und die systematische Diskriminierung der palästinensischen Bevölkerung, erklärte Hamed. Heinz Assenmacher sprach für die Bonner Ortsgruppe der BDS-Bewegung. Diese ruft zum Boykott von Waren und kulturellen, sowie wissenschaftlichen Veranstaltungen auf, die mit dem israelischen „Siedlerkolonialismus“ in Verbindung gebracht werden. Die Bewegung wird mindestens in Teilen als antisemitisch eingestuft. Assenmacher forderte, die europäische Gemeinschaft müsse das Assoziierungsabkommen mit Israel aussetzen, sowie jegliche Zusammenarbeit mit Israel beenden.

Sowohl in einzelnen Redebeiträgen, als auch auf gezeigten Schildern wurde israelische Politik in die Nähe der nationalsozialistischen Vernichtungspraxis gestellt. In einem von der Autorin Marlene Stripecke vorgelesenen Brief eines Bekannten aus Gaza hieß es, Deutschland könne nicht dabei zusehen, „wenn Israel mit der eigenen schrecklichen Erfahrung seine Wut an uns, ohne Skrupel auslässt.“ Auf dem Schild einer Teilnehmerin wurde „End the palastinian Holocaust“ gefordert. Auch andere antisemitische Äußerungen waren anzutreffen. So gab es die weit verbreitete Parole „From the River to the Sea, Palastine will be free“ auf einigen Schildern zu sehen. Mit dieser wird die Vernichtung des jüdischen Staates zwischen Jordan und Mittelmeer verbunden. Nach dem Ende der Kundgebung fielen auf dem Münsterplatz zwei Frauen mit Schildern mit antisemitischen und verschwörungsideologischen Inhalten auf.


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