Luftbrücke Demo in Bonn

Am heutigen Nachmittag zogen mehrere Hundert Menschen für eine vollständige und unverzügliche Evakuierung von Ortskräften und akut Gefährdeten aus Kabul, durch das Bonner Regierungsviertel. Aufgerufen, sich auf dem Platz der Vereinten Nationen zu versammeln, hatte ein Bündnis aus lokalen Gruppen der Seebrücke-Kampagne und Geflüchtetenhilfe, sowie afghanischen NGOs, wie der NGO 100 Girls 100 Problems 100 Solutions.

Zentrale Forderungen der Demo waren die schnelle Evakuierung und Aufnahme afghanischer Geflüchteter, die zuvor als Ortskräfte für die Bundeswehr und NATO-Streitkräfte gearbeitet haben. Hier übte unter anderem der Redner der Seebrücke Köln Kritik an der oft durch Politiker*innen wiederholten Phrase, dass sich 2015 nicht wiederholen dürfe. 2015 müsse sich wiederholen, denn nicht die Refugees Welcome-Bewegung sei damals das Problem gewesen, sondern Rassismus und das Erstarken des Rechtspopulismus, stellte der Redner fest. Kritik gab es auch an dem NATO-Einsatz in Afghanistan. Die Rednerin des Soli-Kommitees Kurdistan zeichnete den Rückzug als wiederholten Verrat an progressiven Bewegungen im mittleren Osten. So, wie die USA die Kurd*innen an die Türkei verriet, würden sie nun die afghanische Frauenrechtsbewegung an die Taliban verraten, führte die Rednerin aus.

Im Anschluss an die Kundgebung zogen die Teilnehmenden durch das Regierungsviertel, um bald darauf, wieder auf dem Platz der Vereinten Nationen zu einer Abschlusskundgebung zusammenzukommen. Diese war als Ort des Austausches und Vernetzens gedacht, woraufhin mehrere Afghan*innen von ihren Erfahrungen berichteten.


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