„Bringin‘ it down“- Antifa-Demo in Dortmund

Gestern zogen mehr als 400 Personen aus der Dortmunder Innenstadt in den Stadtteil Dorstfeld. Dieser wird seit einigen Jahren durch Neonazis aus dem Umfeld des 2012 verbotenen Nationalen Widerstand Dortmund und des jetzigen Kreisverbandes von dieRechte als „Nazikiez“ stilisiert. Unter dem Motto „Bringin‘ it down – beständig und konsequent gegen Rechte Strukturen“ mobilisierte die Autonome Antifa 170 gegen dieses Bild. In Redebeiträgen wurde auf die Dorstfelder Hausbesetzer*innen-Szene der 80er Jahre und auf den in der Realität sehr kleinen Einfluss der Nazis in Dorstfeld hingewiesen. Wegzüge wichtiger Szenekader und schlechte Ergebnisse in der Kommunalwahl hätten den Einfluss der Nazis in Dortmund erheblich geschwächt, erklärte Tobias Schmidt, Pressesprecher der Autonomen Antifa 170.

Der Demonstration vorangegangen war eine Klage der Neonazis, welche die geplante Route der Antifa-Demo, entlang der Parteizentrale von dieRechte, verhindern konnte. Von der Klage mitbekommen hatten die Organisator*innen jedoch erst durch eine Pressemitteilung der Polizei. Durch einen Tweet von Neonazis steht nun zudem im Raum, dass im Zuge des Klageverfahrens sensible Daten der Anmelderin an die Rechte weitergegeben wurden. Was die Weitergabe der Daten angeht, sieht die Polizei Dortmund die Verantwortung beim Verwaltungsgericht, da dieses den Beschluss an die klagenden Neonazis verfasste und verschickte.

Am Sonntag war die Polizei mit einem Großaufgebot vor Ort, welches die Antifa-Demo die ganze Route entlang begleitete. Verhindern konnte die Polizei jedoch nicht, dass sich eine kleine Gruppe Neonazis auf einem Dach am Rande positionierte. Von dort aus provozierten diese mit Hitlergrüßen und versuchten erfolglos die linke Demo mit Feuerwerkskörpern und Steinen anzugreifen. Angekommen in Dorstfeld kam es ebenfalls zu einer kurzen Rangelei mit der Polizei, da diese, die im Auflagenbescheid der Demonstration erlaubte Zwischenkundgebung in der Thusneldastraße, nicht zulassen wollte. Stattdessen ging es für die Demo nach einer Kundgebung auf dem Wilhelmplatz weiter zum S-Bahnhof Dorstfeld, wo sie gegen 16 Uhr beendet wurde.
Tobias Schmidt zeigte sich trotz der Störversuche der Neonazis mit der Demo zufrieden. Für ihn ist auch zukünftig klar: „Den Nazis lassen wir keine Ruhe“.


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